Bemerkungen zum Vorhaben von Gerhard Kühme (9.03.09)

 

Bemerkungen zum Vorhaben von Gerhard Kühme (9.03.09)

 

Bemerkungen zum Vorhaben von Gerhard Kühme (9.3.09)

 

Dort, wo Polemik nahe liegt, kann dieser auch unter Verzicht auf Ausgewogenheit hin und wieder Raum gegeben werden, weil in der Überzeichnung oftmals ein Stück Wahrheit sichtbar wird.

In Bissendorf bin ich aufgewachsen und habe dort auch die Schule, damals Mittelpunktschule Bissendorf, der Klassen 1-9 besucht.

Nach meiner Ausbildung lebte ich 8 Jahre in Hamburg und war dort (bin) in einem Ingenieurbüro tätig. Seit nunmehr 12 Jahren wohnen meine Familie und ich im Erzgebirge/Sachsen. Die Entfernung, die Rand- und die Höhenlage, die wir hier haben, ermöglichen gelegentlich eine bessere Über- und Weitsicht.

Kein ehemaliger Einwohner Bissendorfs hat Anspruch auf Konservierung der alten Heimat im damaligen Zustand. Das ist klar! Aber, meine bisherige Auffassung war, dass Ortschaften mitsamt ihren dazugehörigen Fluren durch Bombenangriffe, Verfall und Verwitterung zerstört werden können oder durch Abwanderung wüst fallen. Heute ist festzustellen, dass es zu Zerstörungszwecken offensichtlich weitere Möglichkeiten gibt, von denen in Bissendorf rege Gebrauch gemacht wurde und wird.

Die im Vergleich mit Bissendorf bei Osnabrück bekanntlich völlig unbedeutenden Ortschaften Berlin und Hamburg durchfahre ich zielgenau ohne Navigationstechnik und ohne Kartenmaterial. Halte ich mich jedoch in Bissendorf auf, muss ich seit neuestem das “TomTom“ einschalten, um die Orientierung nicht zu verlieren. Von diesem Umstand einmal abgesehen, ergibt sich beim Anblick des Ortes mit seinen Gewerbegebieten die kulturkritische Fachfrage: Was soll der Mist? Und nach sorgfältiger Auswertung des Sachstandes folgt auch schon das Resultat, kurz und knapp: Das ist alles Quatsch!

Was ist jetzt zu tun?

In einem ersten Schritt wäre zu prüfen, ob der uneindeutig agierende gerne große Bürgermeister Halfter bei seiner Arbeit von einem qualifizierten Mitarbeiter unterstützt werden sollte, um in einem weiteren, zweiten Arbeitsschritt die Voraussetzungen und Grundlagen einer nachhaltigen Orts- und Raumentwicklung schaffen zu können.

Die Spedition Koch und andere Unternehmen können ihr Tätigkeiten auf einer der zahlreichen, neuen, aus Steuermitteln finanzierten, “beleuchteten Wiesen mit Gehweg“ zum Beispiel im benachbarten Sachsen-Anhalt oder Brandenburg zweckdienlich und konfliktarm erweitern. Dort sind Investitionen noch sinnvoll. Alle erforderlichen Strukturen sind vorhanden. Die Planverfahren sind kurz, sämtliche Genehmigungen können “binnen kürzester Frist“, wie man so schön sagt, beigebracht werden.

Die dort lebenden Menschen würden sich freuen, über die wirtschaftliche Belebung und natürlich auch über potentielle Arbeitsmöglichkeiten, was nach vollständiger Entindustrialisierung zu Beginn der 90er Jahre und bei anhaltend hoher Arbeitslosigkeit verständlich ist.

 

Gerhard Kühme

Heidersdorf im Erzgebirge/Sachsen, 09.03.2009

 


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