Heimat- und Wanderverein Bissendorf ist gegen die Ansiedlung der Spedition Koch  (23.03.09)

 

Heimat- und Wanderverein Bissendorf ist gegen die Ansiedlung der Spedition Koch  (23.03.09)

 

Mit deutlicher Mehrheit von 26 zu 5 Stimmen spricht sich der Heimat- und Wanderverein auf seiner Jahreshauptversammlung gegen eine Ansiedlung von Betrieben des Schwerlastverkehrs in Bissendorf und Umgebung aus. ...

 

NOZ vom 23.03.09

„Wählt euch einen anderen – ich mache das nicht mehr“

 

Wilhelm Bruns als Vorsitzender des Heimat- und Wandervereins tritt zurück – Diskussion um Koch-Ansiedlung

 

jweb Bissendorf.

Wilhelm Bruns ist zurückgetreten. Der Heimat- und Wanderverein Bissendorf hat jetzt keinen ersten Vorsitzenden mehr. Bis ein geeigneter Nachfolger in Sicht ist, wird Bruns weiterhin die Geschäfte des Vereins führen. Solange wird Günter Strathmann als zweiter Vorsitzender an der Spitze stehen. Anlass des Rücktritts ist der Streit um die Ansiedlung der Spedition Koch in Natbergen.

Schon zu Beginn der Jahreshauptversammlung sprach Wilhelm Bruns, der seit 1999 als erster Vorsitzender fungierte, von seiner „Beklemmung“. Doch was er damit genau meinte, wurde erst später deutlich. Von der Ehrung der Toten über den ausführlichen Jahresbericht bis zur Ehrung langjähriger Mitglieder leitete er wie gewohnt die Versammlung. Dann platzte es aus ihm heraus: „Ich lege das Amt des ersten Vorsitzenden nieder. Wählt euch einen anderen. Ich mache es nicht mehr.“

Weshalb? Wilhelm Bruns hatte mit deutlichen Worten vehement gegen eine Ansiedlung der Spedition Koch in Natbergen protestiert. Dafür hatte er ebenso deutliche Kritik einstecken müssen. Bruns sprach von verletzenden Briefen, die er erhalten hatte. Nun wollte er sich statt um den Verein mehr um seine Familie kümmern.

Den Rücktritt wollten viele Mitglieder zunächst nicht akzeptieren. Thomas Grove würdigte Wilhelm Bruns als „Mann mit Charakter, Ecken und Kanten“. Er forderte: „Wir müssen dir Rückendeckung geben.“ Der Saal applaudierte. Darauf Schriftführer Mutschke: „Wenn wir hinter dir stehen, musst du deine Meinung überdenken.“

Es entspann sich eine erneute Diskussion über das Für und Wider einer Ansiedlung der Spedition Koch. Manfred Staub sprach von einem „Risiko für unseren Wohnort“. Doch gibt es auch andere Haltungen. Für Manfred Hickmann ist es eine „logische Entwicklung“, dass sich an der Autobahn Gewerbe ansiedelt. „Das geschieht immer dort, wo sich Verkehrswege kreuzen.“

Frank Hellmich will, dass die Spedition kommt. „Ich möchte hier leben und arbeiten können.“ Er appellierte an seine Vereinsfreunde: „Versperrt euch nicht. Bedenkt, dass wir hier Kinder haben, die eine Zukunft brauchen.“

Manfred Staub stellte daraufhin einen Antrag, der mit deutlicher Mehrheit angenommen wurde: „Der Heimat- und Wanderverein lehnt eine Ansiedlung von Betrieben des Schwerlastverkehrs in Bissendorf und Umgebung ab.“ Insgesamt 26 Mitglieder des Vereins stimmten dafür, fünf dagegen, weitere drei enthielten sich. Trotz aller Querelen will der Verein an der 850-Jahr-Feier der Gemeinde Bissendorf teilnehmen, Das hatte der Vorstand bereits vorher beschlossen. Wilhelm Bruns war am Ende der Sitzung erleichtert: „Jetzt bin ich ruhiger.“

 


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