Kommentar vom Vorsitzenden des Heimat- und Wandervereins Bissendorf e.V.

 

Kommentar vom Vorsitzenden des Heimat- und Wandervereins Bissendorf e.V.

Vorwort zum Heft 19 -- De Bistruper -- von Wilhelm Bruns (1. Vorsitzender des Heimat- und Wandervereins Bissendorf)

 

Liebend gern lichtet die NOZ aufgereihte Akteure im flotten Zwirn mit nagelneuen Schaufeln in den Händen ab, die immerfort neue Wohn- oder Gewerbegebiete erschließen und sich als fortschrittlich feiern lassen, ohne scheinbar von Flächenversiegelung, uferlosem Bodenverbrauch, demoskopischem Wandel, Abnahme natürlicher Ressourcen und Klimaschutz Kenntnis genommen zu haben. Ist ihr Tun eigentlich noch fortschrittlich zu nennen oder wird da einfach was verdrängt?

War die Finanzkrise schon schlimm, dürfte jedoch die unendlich langsame, aber unaufhaltsam heraufziehende Umweltkrise jeglichen Maßstab sprengen, wenn wir Menschen nicht dagegen halten.

Als Vorsitzender unseres Vereins kann mich das nicht gleichgültig lassen, was um mich herum geschieht. Sinn, Zweck und Aufgabe des Vorsitzenden eines Heimatvereins ist es auch, auf die Gefahren und Auswirkungen hinzuweisen, die die ländlichen Gegebenheiten eines Ortes oder der Region und letztlich unserer Heimat drohen können, wenn man den handelnden Akteuren und dem Kräftespiel der Wirtschaft immerzu ungebremst freien Lauf läßt. Die neoliberale Denkweise hat durch die Finanzkrise mächtig Schaden erlitten. Der kleine Mann kann es mit seinen Steuergeldern letztlich wieder auslöffeln.

Mir sind die Geschehnisse um das Wellnesscenter und das Hochregallager Philipps noch in lebhafter Erinnerung. Das Hochregallager als Mahnmal legt bei Gesmold ein beredtes Zeugnis verfehlter Bau- und Planungspolitik ab. Wir wollen diese schrecklichen monumentalen Gebäude, die uns Angst einflößen, nicht bei uns. Weder im Ortsteil Bissendorf, noch in anderen Ortsteilen unserer ländlichen Gemeinde, auch wenn es noch so viel Gewerbesteuer einbringt. Nicht nur bei Anliegern bzw. unmittelbar Betroffenen stößt diese Zersiedelungs- und Betonpolitik mittlerweile auf wachsende Kritik und Widerstand.

Schon heute lassen sich die reichlich vorhandenen Bauplatzreserven im Landkreis und auch am Ort schon nicht mehr so recht an den Mann bringen und vermarkten. Die Bürger spüren instinktiv, dass das Maß langsam voll ist. Eine sehr eindrucksvolle und schöne Ortsgestaltung mit dem Bürger, wie teilweise in Alt-Schledehausen verwirklicht, ist sehr positiv zu bewerten. Schnellschüsse aus der Hüfte sind hingegen kritisch zu hinterfragen. Wo wollen wir eigentlich bei einer fast ausgeschöpften Infrastruktur noch hinwachsen und was sagt eigentlich der Gemeindeentwicklungsplan zum angedachten Gewerbegebiet in Natbergen aus?

Teuer genug war der ja!

 

 


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