Kommentar der Bürgerinitiative zum Artikel: 33 Hektar Gewerbegebiet vom 7.01.09 in der NOZ

Kommentar der Bürgerinitiative zum Artikel: 33 Hektar Gewerbegebiet vom 7.01.09 in der NOZ

 

 

 

Statt Gewerbegebiet soll Industriegebiet kommen!

 

 

Die Bauernschaft Natbergen soll Industriestandort werden

 

 

 

Am 18.12. wurde der Bissendorfer Rat in einer internen Sitzung über geplante Industrieansiedlungen im Natberger Feld informiert. Wie wir alle der NOZ entnehmen konnten, möchte die Firma Koch auf ein ca. 20 ha großes Areal zwei 400m lange und 12 m hohe Lagerhallen bauen. Nach unseren Informationen soll auch Gefahrgut gelagert und umgeschlagen werden.

 

Nur aus diesem Grund ist eine Planung als Industriegebiet vonnöten, nicht wie zuerst im Gespräch ein Gewerbegebiet. Bei der Ausweisung als Industriegebiet geht es also nicht nur um die Möglichkeit, größere Flächen versiegeln zu dürfen.

 

Probleme der Abwasserbeseitigung und andere etwaige Schwierigkeiten werden von der Gemeindeverwaltung schon im Voraus als gelöst betrachtet oder nicht als solche erkannt. Die Nähe zu den angrenzenden Naturschutzgebieten spielt hier anscheinend keine Rolle und findet keine weitere Beachtung. Auch die Nähe zu den Haseniederungen und –auen, das Wasserschutzgebiet (WsG II) und das nahe liegende, und hieraus teilweise gespeiste Wasserwerk in Düstrup sollte nicht außer Acht gelassen werden, welche im Fall eines Unfalls mit Gefahrgut direkt oder indirekt betroffen sind.

 

Das Thema einer gewünschten Expansion der Bissendorfer Firma SOLARLUX fand bei der Sitzung plötzlich keine Erwähnung, so dass wir annehmen müssen, dass nun doch ausschließlich die Firma Koch am Natberger Feld interessiert ist. Laut Zeitungsartikel geht es allgemein darum, Flächen für namhafte Firmen aus Bissendorf vorzuhalten. Nach Änderung des Flächennutzungsplans von Landwirtschaftlicher Fläche hin zum Industriegebiet kann nach einem eventuellen Absprung seitens der Firma Koch  kaum noch Kontrolle über die Art der ansiedelnden Industrie ausgeübt werden.

 

Die Belastungen würden in jedem Fall ein erhebliches Ausmaß annehmen:

 

  •  - täglich ein- und ausgehende Nahverkehrsfahrzeuge (7,5 – 38 Tonner)
  •  - täglich ein- und ausgehende Fernverkehrsrealisationen (national und international)
  •  - Betrieb über 24 Stunden täglich

 

Bei einer Spedition vergleichbar der Firma Koch, die Systempartner der Cargo Line ist, bedeutet das:

 

  •  - ca. 600 tons Eingangstonnage arbeitstäglich
  •  - ca. 800 tons Ausgangstonnage arbeitstäglich

 

Bei einer durchschnittlichen Auslastung eines Stückgut-LKWs von 8-10 tons ergibt das:

 

  •  - 140–175 LKWs arbeitstäglich im Ein- und Ausgang der Fernverkehrsrealisation
  •  - etwa noch einmal die gleiche Menge im Nahverkehr für Zustellung und Abholung.

 

Laut Bürgermeister Halfters Aussagen sollten wir über neue Details in der Planung sofort informiert werden. Diesem Versprechen ist er leider nicht nachgekommen. Er wirft uns vor, wir würden mit überzogenem Informationsmaterial Ängste bei den Bürgerinnen und Bürgern schüren. Die Konzepte, die jetzt vorliegen, gehen allerdings weit über alle Befürchtungen hinaus; das Gewerbegebiet wird nun plötzlich teilweise zum Industriegebiet!

 

So wird Natbergen als älteste Bauernschaft der Gemeinde wohlmöglich zum Industriestandort.

 

Wir bemerken immer wieder, dass unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger diesem Thema durchaus wissbegierig und kritisch gegenüber stehen, auch hinsichtlich der Gemeindeverwaltung. Hinter diesem Interesse steht die Fähigkeit, sich ein eigenes Urteil zu bilden und das bestimmt nicht aufgrund von Beeinflussung seitens der Bürgerinitiative.

 

 


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