Leserbrief von Andreas Perkmeyer zum Thema Industriegebiet in Bissendorf (13.02.09)

 

Leserbrief von Andreas Perkmeyer zum Thema Industriegebiet in Bissendorf (13.02.09)

Leserbrief zum Thema Industriegebiet in Bissendorf

 

Die Gemeinde Bissendorf will 38 Hektar Ackerfläche in ein Industriegebiet/ Gewerbegebiet umwandeln, um so die finanzielle Unabhängigkeit der Kommune zu erhalten. Bissendorf reagiert damit auf seine Nachbargemeinden, die ja auch nicht schlafen und ihrerseits kräftig Gewerbegebiete ausweisen, z.B. die Gemeinde Hilter mit dem (weitgehend leer stehenden) Gewerbegebiet an der A33. Gleichzeitig wirkt Bissendorfs Entscheidung wiederum auf die anderen Kommunen zurück, denn die Ausweisung eines so großen Industrie- statt nur eines kleinen Gewerbe-Gebietes würde Bissendorf in eine Poole-Position beim Rennen um die begehrten Gewerbesteuereinnahmen bringen. So schaukeln sich die Gemeinden gegenseitig immer weiter auf, und ich frage mich, wer diesen Kampf gewinnt.

Wer diesen Kampf verliert, steht aber schon fest. Anwohner, Landwirtschaft und die allgemeine Bevölkerung. In Niedersachsen wurden im Jahr 2005 täglich mehr als 14 Hektar verbaut, das sind pro Sekunde (!) fast zwei m² Fläche. Diese Flächen stehen nicht mehr für die Sicherung unserer Ernährung, Energie, Trinkwassergewinnung und  Erholung zur Verfügung. Ob wir uns das langfristig leisten können?

Ich fordere die Bissendorfer Ratsmitglieder auf, dieses Rennen zu beenden und intelligentere Lösungen zu wählen. Die gibt es und werden im niedersächsischen Landvolk, im Bauernverband oder beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie schon lange diskutiert. Ein Umdenken tut Not, denn welche Welt wollen wir unseren Kindern hinterlassen?

 


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