Leserbrief von Dr. Hans-Jürgen Reyher zur aktuellen Berichterstattung (NOZ, 20.02.09)

 

Leserbrief von Dr. Hans-Jürgen Reyher zur aktuellen Berichterstattung (NOZ, 20.02.09)

Leserbrief von Dr. Hans-Jürgen Reyher zur aktuellen Berichterstattung über das geplante Industrie- und Gewerbegebiet in Bissendorf-Natbergen.

 

Es scheint nur wenigen Bürgern bewusst zu sein, dass das geplante Industriegebiet zwischen Natbergen und Bissendorf nur Anfang einer weit tiefer greifenden Entwicklung ist. Eine Erweiterung nach Osten, also Richtung Bissendorf, wird zwangsläufig folgen müssen. Das Industriegelände der Speditionsgruppe Koch International wird in wenigen Jahren dicht vor Achelriede enden.

Auf dem Informationsabend am 16.2. wurde von Firmenvertretern geschildert, dass man zum permanenten Wachstum „verdammt“ ist, man könne im Wettbewerb sonst nicht bestehen. Eindrucksvolle Wachstumskurven von Koch International wurden präsentiert, die dies bestätigen. Gerade deshalb will man sich ja in Bissendorf „neu aufstellen“. Folglich rechnet die Unternehmensgruppe damit, in Zukunft immer größere Umsätze zu tätigen, immer mehr Lastkraftwagen zu betreiben, auch Gigaliner, wenn die EU-Kommission grünes Licht gibt.

Nun wurde an diesem Abend aber deutlich, dass offenbar das jetzt ins Auge gefasste Gelände für den jetzigen Bestand von einigen hundert LKW gerade ausreicht. Es muss also schon jetzt über mögliche Erweiterungsflächen nachgedacht werden. Permanentes Wachstum ist für die Wachstumsbranche Speditionsindustrie lebensnotwendig, am besten an einem großen Standort und man investiert Millionen ja nicht nur für fünf Jahre.

Schaut man nun auf die jetzigen Planungskarten, so wird rasch klar, dass künftige Erweiterungsgebiete nur im Osten liegen können, Richtung Achelriede. Dieser Bereich bietet sich auch deshalb an, weil in wenigen Jahren die Westumgehung von Bissendorf eine ausgezeichnete Anbindung an die Flächen zwischen Natbergen und Bissendorf darstellen wird, eine viel bessere als die Lüstringer Straße jetzt. Ist es Zufall, dass manche Kräfte sich gerade jetzt mal wieder für die Westumgehung stark machen?

Die Weichen werden jetzt gestellt. Es geht nicht nur um die Förderung der Wirtschaft zum Wohle der Allgemeinheit und leider zum billigen Nachteil weniger Betroffener auf begrenzten Flächen weit draußen in Natbergen, wie von Industrie und Politik am Infoabend suggeriert wurde. Zwischen jetziger Planungsfläche und Achelriede liegt nicht mal ein Kilometer. Es geht vielmehr darum, den Charakter von ganz Bissendorf in Richtung Industrielandschaft zu verändern.

Kann das jemand ernsthaft wollen, auch wenn er in Schledehausen wohnt?

 


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