Nicht auf der LandArt, aber doch mittendrin (NOZ vom 25.7.09)

Nicht auf der LandArt, aber doch mittendrin (NOZ vom 25.7.09)

Nicht auf der LandArt, aber doch mittendrin (NOZ vom 25.7.09)

 

Bissendorf

Die Veranstaltung LandArt widmet sich auch an diesem Wochenende den schönen Dingen des Lebens: Kunst, Kunsthandwerk, kulinarische Verlockungen und vieles mehr wird heute und morgen in Schledehausen geboten. Passt ein Stand der Bürgerinitiative gegen das geplante Gewerbegebiet in Natbergen da ins Bild? Ja, finden die Initiative und LandArt-Organisator Thomas Stüke. Ganz und gar nicht, findet Ratsherr Friedrich Meinker.

Nach der Ankündigung in unserer Zeitung, dass die Bürgerinitiative (BI) „Schönes Natbergen“ am Sonntag auf der LandArt präsent sein will, reagierte Friedrich Meinker verärgert. Der Ratsvorsitzende aus der Gruppe „Wir für Bissendorf“ griff zum Telefonhörer und rief Thomas Stüke an. „Ich habe deutlich gesagt, dass ich es für unglücklich halte, wenn da sehr einseitige Informationen verbreitet werden“, erklärte Meinker gestern auf Neue-OZ-Anfrage. Überdies sei es üblich, dass sich politische Gruppierungen wie Parteien von solchen Veranstaltungen fernhielten. Meinker: „Ich wollte Herrn Stüke helfen, ihm klarmachen, in welches Wespennest er möglicherweise sticht.“ Nicht mehr und nicht weniger habe er mit seinem Anruf bezwecken wollen.

Das Telefongespräch kam bei Stüke anders an: „Herr Meinker hat nicht gedroht, aber zwischen den Zeilen sehr deutlich gemacht, dass wir den Stand der Initiative besser nicht zulassen sollten.“ Er sei überrascht von der Wucht der Reaktionen, sagte der LandArt-Organisator weiter. Es hätten sich nach der Information in der Zeitung noch andere bei ihm gemeldet.

Einen Anruf gab es dann auch aus dem Bissendorfer Rathaus: Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes wies darauf hin, dass die Initiative nicht auf der Ausstellerliste stehe, die Stüke eingereicht habe. Deshalb könne es Probleme mit der Marktfestsetzung geben. „Das ist ein völlig normaler Vorgang“, betonte Ordnungsamtsleiter Bernd Stegmann gestern. Genauso werde bei anderen Veranstaltungen und Messen verfahren. Einen Zusammenhang mit dem Anruf Meinkers gebe es definitiv nicht. Dass die Gewerbegebietsgegner nicht auf der Ausstellerliste auftauchten, sei ein Formfehler, räumte Stüke ein.

Die Bürgerinitiative hat nun entschieden, nicht an der LandArt teilzunehmen. Das heißt aber nicht, dass die Gewerbegebietsgegner nicht präsent sein werden – im Gegenteil. „Jetzt erst recht und jetzt erst richtig“, gab BI-Sprecher Günter Korte als Devise aus. Mehrere Anwohner aus dem Schledehauser Ortskern hätten der BI ihr Grundstück angeboten, berichtete Korte. Nun wird die Initiative ihre großen Plakate aufstellen und an beiden Tagen mit einem Informationsstand vertreten sein: zwar nicht auf der LandArt, aber für alle LandArt-Besucher nicht zu übersehen.

Erhard Böhmer

 

 


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