Unterschriften gegen Gewerbegebiet (NOZ 13.10.08)

Unterschriften gegen Gewerbegebiet (NOZ 13.10.08)

 

Unterschriften gegen Gewerbegebiet

 

 

balx BISSENDORF.

Kein Problem, Unterschriften gegen ein Gewerbegebiet im Natberger Feld zu sammeln, hatte die Bürgerinitiative „Schönes Natbergen“ an ihrem Infostand. Nach einer bereits erfolgreichen Aktion am NP-Markt in Bissendorf waren am vergangenen Samstag die Kunden vor EDEKA-Neukauf in Wissingen angesprochen.

 

 

Die mussten nicht lange gebeten werden, sondern wollten gern durch ihre Unterschrift ihren Unmut über die Pläne zur Gewerbeansiedlung auf der grünen Wiese ausdrücken. Wie die Eheleute Janotta aus Bissendorf: „Wir haben weiß Gott schon genug Freiflächen und Leerstände in der Gemeinde, da sollte man nicht noch mehr erschließen.“ Eine Kritik, die sich mit der der Bürgerinitiative deckt. Die Zersiedelung voranzutreiben, obwohl bestehende Gewerbegebiete nicht ausgelastet seien, halten deren Aktivisten für grob fahrlässig, zumal durch die Erschließung der zur Debatte stehenden Fläche 38 Hektar wertvollen Ackerlandes zerstört würden – „während die Gemeinde gleichzeitig Gewerbeflächen im Internet wie sauer Bier anbietet“, konstatiert Günter Korte von der Bürgerinitiative. Die Spedition Koch, die ein Auge auf die Fläche geworfen und damit die Diskussion ins Rollen gebracht hatte, würde ohnehin ihren Hauptsitz in Osnabrück beibehalten, mutmaßt Korte und sieht daher auch nicht den Zuwachs an Gewerbesteuereinnahmen, den Befürworter eines Gewerbegebietes ins Feld führen.

 

 

Zudem fühlen sich die Aktivisten als Betroffene nicht ausreichend informiert. Nur durch Zufall hätten sie erfahren, dass es an Ort und Stelle Probebohrungen gegeben habe und dass die Erschließungsgesellschaft des Landkreises Osnabrück, die Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft (oleg), die sich Strukturwandel und Wirtschaftsförderung im Landkreis unter anderem durch die Vermittlung von Industrie- und Gewerbeflächen zur Aufgabe gemacht habe, an Eigentümer und Gemeinde herangetreten sei.

 

 

„Mit unseren Unterschriften wollen wir etwas dagegensetzen und der Politik deutlich machen, was der überwiegende Teil der Bürger der Gemeinde will“, ist sich Korte sicher. Elisabeth Ellwanger spricht er damit offenbar aus der Seele: „Bissendorf ist in den letzten Jahren richtig hässlich geworden. So darf es nicht weitergehen“, sagt sie und setzt schwungvoll ihre Unterschrift auf die Liste.

 


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