Ausschuss für Gewerbegebiet: Planungen für Natbergen eingeleitet (NOZ, 18.2.09)

 

Ausschuss für Gewerbegebiet: Planungen für Natbergen eingeleitet (NOZ, 18.2.09)

Planungen für Natbergen eingeleitet:

 

Ausschuss für Gewerbegebiet

veröffentlicht am 18. Februar 09 in der NOZ.

 

gc Bissendorf.

Mit dem Abwägen der Vor- und Nachteile der geplanten Ausweisung für das Gewerbegebiet Natbergen haben sich die Ratsfraktionen in den zurückliegenden Wochen ausgiebig beschäftigt. Im Planungsausschuss füllten die Kommunalpolitiker nun erstmals die Waagschalen. Das Ergebnis: Die Argumente für ein Gewerbegebiet sind aus ihrer Sicht vorerst die gewichtigeren.

Zwischen Natbergen und Eistrup soll ein gut 40 Hektar großes Gewerbegebiet entstehen. Die Osnabrücker Spedition Koch will ihren Firmensitz dorthin verlegen. Auf 20 Hektar will sich das Unternehmen ausbreiten. Auch die Bissendorfer Firma Solarlux hat Interesse bekundet.

Doch noch ist das Natberger Feld ein Feld. Damit sich dort Gewerbe ansiedeln kann, muss die Gemeinde den Flächennutzungsplan ändern und einen entsprechen Bebauungsplan auf den Weg bringen. Mit sieben zu vier Stimmen votierte der Planungsausschuss dafür, diese Schritte einzuleiten. "Es geht auch darum, die vielen ungeklärten Fragen anzugehen", sagte Ausschussvorsitzender Herbert Heckmann (FDP). Eine ist: Werden Bürger und Umwelt von einem Gewerbegebiet im Allgemeinen und einer Spedition im Speziellen über Gebühr belastet? Eine städtebauliche Voruntersuchung hat zumindest ergeben, dass das Natberger Feld als Standort für ein Gewerbegebiet durchaus geeignet sei.

SPD-Sprecher Helmut Ellermann hatte im Vorfeld angekündigt, dass seine Fraktion sich in der Frage des Für und Widers uneins ist. Die eine Hälfte der Mitglieder sei dafür, die andere dagegen. Und so stimmten im Planungsausschuss Ellermann und Doris Beinker für die Beschlüsse, Hans-Dieter Schleibaum und Ulrike Unland gegen sie.

Schleibaum sprach gar von "Kommunalkannibalismus", dem sich die Gemeinden im Wettstreit um Gewerbeansiedlungen aussetzen würden, um mit Steuereinnahmen und Arbeitsplätzen zu glänzen. Ellermann betonte, dass seine Fraktion "die Planungsphase kritisch und konstruktiv" begleiten werde.

Die Mehrheitsgruppe CDU/WfB/FDP hatte sich bereits im Januar zu einem "grundsätzlichen Ja" zur Aufstellung eines Bebauungsplans durchgerungen. "Das Positive überwiegt", sagte Uwe Bullerdiek (CDU). "Wir leben davon, dass wir Gewerbesteuereinnahmen haben." Ein Persilschein sei allerdings weder für das Unternehmen noch die Planer, noch die Verwaltung ausgestellt worden.

Wolfgang Haucap (Wir für Bissendorf) scherte aus dem Kanon der Mehrheitsgruppe aus. Der Natberger nannte das Projekt "eine Nummer zu groß für Bissendorf". Dennoch müsse man Lösungen suchen, mit denen beide Seiten leben könnten. Die vierte Stimme gegen die Aufstellungsbeschlüsse war die von Thomas Goertz (Unabhängige Wählergemeinschaft). Die Gemeinde müsse aufpassen, dass sie hier nicht überdrehe. Zudem sehe es so aus, dass es für die Hofstelle Drees (letzter landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb in Natbergen) keine Lösung gebe. "Das ist eine besondere Verantwortung für uns." Am Donnerstag kommender Woche, 26. Februar, 18 Uhr, wird sich der Rat in der Aula des Schulzentrums noch mit den Aufstellungsbeschlüssen befassen.

 


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