Für und Wider der Koch-Ansiedlung Informationsveranstaltung  (NOZ, 18.2.09)

 

Für und Wider der Koch-Ansiedlung Informationsveranstaltung  (NOZ, 18.2.09)

Für und Wider der Koch-Ansiedlung Informationsveranstaltung zum Planungsvorhaben "Gewerbegebiet Natbergen", veröffentlicht am 18. Februar 09 in der NOZ.

 

gc Bissendorf.

Die Osnabrücker Spedition Koch will sich im Natberger Feld niederlassen. Viele Natberger wollen das verhindern. Bei einer Informationsveranstaltung zum Planungsvorhaben "Gewerbegebiet Natbergen" trafen die gegensätzlichen Positionen aufeinander: auf der einen Seite das expansionswillige Unternehmen samt Planungsbüro, auf der anderen Seite mehr oder weniger betroffene Bürger. Sie diskutierten, und sie stritten, eine Annäherung gab es nicht.

200, 250, vielleicht 300 Menschen drängten in die Aula des Schulzentrums. Vor dem Eingang verteilte die Bürgerinitiative Schönes Natbergen, Gegnerin des Gewerbegebiets, ein Informationsblatt. Mit "Richtigstellung" war es überschrieben. Darauf waren die Themen zusammengefasst, die auch die anschließende Diskussion bestimmten: Industriegebiet statt Gewerbegebiet, Gewerbesteuerlüge, Lärm und Licht nerven Mensch und Tier.

Auf dem Podium saßen der Unternehmer Heiner Koch, Uwe Fieselmann von der Geschäftsleitung, Bürgermeister Guido Halfter, sein Vertreter Karl-Heinz Senkel sowie die Vertreter der Ingenieurplanung Wallenhorst Johannes Eversmann, Manfred Ramm und Matthias Desmarowitz. Das Planungsbüro hatte die städtebauliche Voruntersuchung durchgeführt, die das Natberger Feld als für ein Gewerbegebiet geeignet beschrieb.

Herbert Holtgreife saß nicht auf dem Podium. Dem Chef der Bissendorfer Firma Solarlux kam dennoch eine Hauptrolle zu. Der Unternehmer setzte sich vehement für das in Natbergen geplante Gewerbegebiet ein. Denn auch seine Firma mit Sitz im Gewerbepark plane zu expandieren. "Wir wollen nach vorne gehen." Und dazu benötige Solarlux Gewerbeflächen wie in Natbergen.

Auch Heiner Koch sucht mit seinem Unternehmen ein neues Zuhause. "Wir suchen Lösungen für unsere Standortprobleme." Die Firmengruppe verteilt sich derzeit auf 15 Standorte. Kann die Firma ihre Pläne für Natbergen verwirklichen, wären es nur noch fünf. Die Nähe zum Osnabrücker Autobahnkreuz Süd sei ebenfalls von Vorteil. "Der Standort ist für uns ideal", bekräftigte Koch. "Wir bewerben uns bei Ihnen um Ansiedlung und hoffen auf Ihr Verständnis."

Die Natberger zeigten eher Unverständnis. Ihre größte Befürchtung ist der zunehmende Lärm, der mit der Ansiedlung einer Spedition einhergeht. "Wie wird das Interesse der Anwohner geschützt, in Ruhe zu wohnen?", fragte Ralf Griesinger. Manfred Ramm von der Ingenieurplanung stellte Grenzwerte vor, die das Unternehmen einhalten müsste. Die stellten die Bürger infrage. "Die Bauerschaft Natbergen wird sich tagsüber demnach an 60 Dezibel erfreuen", sagte Griesinger. "Das ist ein Rasenmäher in zwölf Meter Entfernung." Günter Korte, Sprecher der Bürgerinitiative Schönes Natbergen, kalkuliert mit noch höheren Spitzenwerten. "Nach unseren Informationen stellt sich das ganz anders dar, wenn ein Industriegebiet ausgewiesen wird." Dann seien tagsüber 75 und nachts 55 Dezibel erlaubt.

Albert Brunsmann setzte bei der Gewerbesteuer an. Etwa 600.000,- Euro habe das Unternehmen Koch hier in Aussicht gestellt. Doch im Unternehmenregister für 2004 bis 2007 stehe, dass sich der Gewinn und somit auch die Gewerbesteuerzahlung halbiert habe", bemerkte Brunsmann. Heiner Koch erwiderte: Das habe mit einer Firmensplittung zu tun. Bürgermeister Halfter betonte zudem, dass sich die Wertschöpfung nicht auf die Gewerbesteuer beschränke. "Das bringt einfach Potenzial für Bissendorf, wir sind in der Pflicht abzuwägen."

Den meisten Applaus erhielten Wortbeiträge, die sich auf die "wunderschöne Landschaft, die zerstört wird", bezogen. Christiane Balks erklärte beispielsweise: "Das ist ein hohes Gut, welches es zu verteidigen gilt." Diese Befürchtungen zerstreute das Podium nicht. Das wollte es auch gar nicht. "Kommt das Gewerbegebiet, wird es Veränderungen geben", sagte Halfter. Die Gegner der Koch-Ansiedlung sprechen von Verschlechterungen.

Der Bissendorfer Rat wird sich am Donnerstag, 26. Februar, mit der Aufstellung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet befassen. Stellten sich den Fragen der Bürger: Verwaltungschef Guido Halfter und der Unternehmer Heiner Koch. Gut 250 Bissendorfer nutzten die Gelegenheit, sich über die geplante Ansiedlung der Spedition Koch im Natberger Feld zu informieren.

 


Hier die gleiche Veranstaltung aus einer anderen Brille gesehen


stand_wissingen.jpg|left||0||bottom|left|