Natbergen: Nur die Grünen sind komplett dagegen (NOZ 9.1.09)

Natbergen: Nur die Grünen sind komplett dagegen (NOZ 9.1.09)

 

 

 

Natbergen: Nur die Grünen sind komplett dagegen

 

 

 

böh Bissendorf.

 

Von grundsätzlicher Zustimmung bis „Die schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen“ reichen die Meinungen Bissendorfer Kommunalpolitiker zum geplanten Industrie- und Gewerbegebiet Natbergen.

 

Der Rat wird in den nächsten Wochen darüber entscheiden, ob an den Plänen für ein insgesamt 40 Hektar großes Gebiet östlich der Lüstringer Straße weitergearbeitet werden soll. Die Osnabrücker Spedition Koch will dort ihre neue Zentrale errichten – inklusive Warenumschlag-Lagern und Verwaltung. Mehr als 500 Mitarbeiter sollen dort aktiv werden.

 

Kurz vor Weihnachten hatte Firmenchef Heiner Koch sein Interesse am Standort Natbergen offiziell angemeldet. Dabei wurden den Bissendorfer Ratsmitgliedern auch die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorgestellt. Darin geht es um die Ansiedlung der Spedition auf rund 20 Hektar. Überdies sind Flächen von etwa 13 Hektar für weitere Betriebe vorgesehen.

 

Vom ersten Tag an haben sich die Bissendorfer Grünen als Gegner der Idee positioniert. Deren Sprecherin im Gemeinderat, Marie-Dominique Guyard, sieht keinen Grund, davon abzuweichen – ganz im Gegenteil: „Man hat seine Vermutungen, aber es kommt immer noch schlimmer.“ Sie nennt die Pläne „monströs und ungeheuerlich“.

 

Würden Teile des Areals als Industriegebiet ausgewiesen, wären dort Lärmbelastungen wie von einem Stahlwerk ausgehend zulässig. Den Beschwichtigungen, dass eine Einstufung als Industriegebiet nur für einen Teil nötig ist, damit ausreichend Flächen für die Spedition versiegelt werden dürfen, schenkt sie keinen Glauben: „Wenn eine Festlegung als Industriegebiet gemacht wurde, dann dürfen bestimmte Einschränkungen durch die Gemeinde gar nicht mehr gemacht werden.“

 

Die Grünen wollen in den nächsten Tagen und Wochen vor allem die Bissendorfer informieren über die aus ihrer Sicht unerträglichen Pläne. Der vorgelegten Studie traut Guyard nicht: „Der Planer schreibt, was der Auftraggeber will. Es geht doch nur darum, den Weg zu ebnen.“

 

Sowohl die SPD-Fraktion als auch die Gruppe CDU/FDP/Wir für Bissendorf sind noch in der Phase der Meinungsfindung. Gruppensprecher Bernhard Henkelmann: „Keine Gemeinde kann es sich leisten, dass ein solches seriöses Familienunternehmen die Region verlässt. Es gehört sich einfach, das ernsthaft zu prüfen.“ Es gebe noch einige offene Fragen, die beantwortet werden müssten. Am 20. Januar komme die Gruppe zusammen, dann solle eine Vorentscheidung fallen. Für die Sozialdemokraten verweist Fraktionschef Helmut Ellermann ebenfalls auf ausstehende Beratungen. Er rechnet aber auch damit, dass in den nächsten Wochen eine Grundsatzentscheidung fallen wird. FDP-Ratsherr Herbert Heckmann, der Vorsitzender des Planungsausschusses ist, sprach sich dafür aus, die nächsten baurechtlichen Schritte zu gehen: „Die Erfahrung zeigt, dass erst in dem Verfahren alle Fakten auf den Tisch kommen.“

 

 


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