Pläne für Gewerbe in Natbergen (NOZ,1/08)

Pläne für Gewerbe in Natbergen (NOZ,1/08)

Pläne für Gewerbe in Natbergen

 

Es gibt Pläne, in Natbergen östlich der Lüstringer Straße ein neues Gewerbegebiet zu entwickeln. Der Bissendorfer Bürgermeister Guido Halfter bestätigte erste Gespräche zu diesem Thema und damit Informationen der Bissendorfer Grünen. Deren Sprecherin Marie-Dominique Guyard lehnt die Pläne kategorisch ab.

Halfter reagierte gestern zurückhaltend auf eine Anfrage der Neuen OZ. "Wir sind ganz am Anfang eines möglicherweise langen Prozesses." Bis dato habe er die Sprecher der im Rat vertretenen Fraktionen und Gruppen in vertraulichen Gesprächen über den Stand der Dinge informiert. Es gebe durchaus Möglichkeiten, in dem Bereich ein neues Gewerbegebiet zu entwickeln, erklärte Halfter. Die Einschätzung gründe sich insbesondere darauf, dass es "eine konstruktive Grundstimmung unter den Eigentümern der Grundstücke gibt". Der respektvolle Umgang mit den Eigentümern sei Basis der weiteren Schritte, fügte der Verwaltungschef an. Anlass für die Suche nach potenziellen Flächen für Gewerbe sei einerseits der erklärte Wunsch von bereits in Bissendorf ansässigen Firmen zu expandieren und zudem das Interesse eines Logistik-Unternehmens an dem Standort in Natbergen. Halfter: "Es geht aktuell um Vorarbeiten und Vorgespräche, ehe es an das eigentliche Verfahren geht." Und dazu gehörten auch die Beteiligung der Öffentlichkeit sowie die genaue Prüfung aller Aspekte, seien es Naturschutzfragen oder auch der Punkt Verkehrsanbindung.

Die Bissendorfer Grünen wollen sofort auf die Bremse treten, wie Marie-Dominique Guyard mit Nachdruck forderte: "Wenn erst einmal viel Geld in die Planung gesteckt wurde, ist so etwas kaum noch aufzuhalten." Deshalb sollten die Pläne sofort zu den Akten gelegt werden. Die Ratsfrau fürchtet insbesondere negative Folgen für das Landschaftsbild. Gewerbe am Fuße des Eistruper Berges würde nach ihrer Meinung die Bissendorfer Flusstal- und Hügellandschaft zerstören. Zudem würde der Ausblick auf den Stockumer Berg und den Werscher Berg zerstört. Des Weiteren würde die Erschließung des Areals von der Autobahnanschlussstelle über die Lüstringer Straße sehr kostspielig, da zum Beispiel zwei Kreisel nötig wären.

Grundsätzlich sei es nicht nachvollziehbar, neue Gewerbegebiete auf die grüne Wiese zu setzen. Guyard: "Wenn Bissendorf weitere Gewerbegebiete braucht, dann käme allenfalls die Erweiterung des bestehenden Gebiets an der Autobahn infrage." Das sieht Bürgermeister Halfter anders: "Im Gewerbepark und auf dem Eistruper Feld gibt es nur noch Platz für kleinere Einheiten." Im Bereich Natbergen gehe es um eine Größenordnung von 38 Hektar. Das sei die Bruttofläche, sprich es werden nicht 38 Hektar komplett zugebaut. Weder Halfter noch Guyard gaben preis, welche Betriebe Interesse an dem Standort in Natbergen haben. Beim Stichwort Logistik-Unternehmen liegt die Vermutung nahe, dass es sich um die Spedition Koch handeln könnte. Denn die ist bekanntermaßen auf der Suche nach einem neuen Standort.

Es bleibt bei einer Vermutung, da von der Firma Koch gestern keine Stellungnahme zum Thema Natbergen zu bekommen war. Grund: Firmenchef Heiner Koch macht Urlaub und ist nicht erreichbar. Die Spedition hatte zuvor bereits an konkreten Plänen für einen Wechsel nach Wallenhorst - zwischen der Engterstraße - und der A1 oder nach Harderberg gearbeitet. Die Überlegungen haben sich aber jeweils zerschlagen.


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