Koch-Pläne: SPD-Fraktion ist sich uneins (NOZ, 26.1.09)

 

Koch-Pläne: SPD-Fraktion ist sich uneins (NOZ, 26.1.09)

Koch-Pläne: SPD-Fraktion ist sich uneins (NOZ, 26.1.09)

 

Vorsitzender Ellermann: Jetzt muss jeder für sich entscheiden

 

gc Bissendorf.

Zur geplanten Ansiedlung der Spedition Koch in Natbergen wird die Bissendorfer SPD-Fraktion nicht mit einer Stimme sprechen. "Wir haben uns nicht auf ein Für oder Wider einigen können", erklärt Fraktionschef Helmut Ellermann auf Nachfrage der Neuen Osnabrücker Zeitung. Jeder solle nach seinem besten Wissen und Gewissen entscheiden.

Die Entscheidung der SPD-Fraktion stand noch aus. Am Montag dieser Woche haben sich die Sozialdemokraten noch vom Unternehmer Heiner Koch seine Pläne erläutern lassen. Aber auch nach dem Gespräch einigten sich die Fraktionsmitglieder auf keinen gemeinsamen Nenner. Gut die Hälfte sei für die Aufstellung eines Bebauungsplans für ein Gewerbegebiet in Natbergen, die andere dagegen, berichtete Ellermann. Zerstritten sei die Fraktion allerdings nicht.

Ellermann sprach von einer offenen und sachlichen Diskussion, die ohne Gram geführt worden sei. "Jetzt muss jeder für sich entscheiden", sagte der Fraktionschef. "So werden wir auch in den Gremien abstimmen." Es gebe eben gute Argumente dafür: Arbeitsplätze, die im Laufe der Zeit auch Bissendorfer dort fänden, Gewerbesteuereinnahmen und zusätzliche Flächen für erweiterungswillige Firmen. Dem gegenüber stünden die Versiegelung großer Flächen, mehr Verkehr und Belastung der Anwohner.

Mit der SPD-Fraktion hat sich nun die letzte Gruppe im Bissendorfer Rat zur möglichen Koch-Ansiedlung geäußert.

Als die Pläne im Januar öffentlich wurden, hatte sich die Sprecherin der Gruppe Grüne/UWG, Marie-Dominique Guyard dagegen ausgesprochen. Sie bezeichnete die Entwürfe als "monströs".

CDU, WfB und FDP hatten sich grundsätzlich für die Aufstellung eines Bebauungsplans ausgesprochen. Als Garantie für das Unternehmen will die Mehrheitsgruppe das jedoch nicht verstanden wissen. "Wenn während des Verfahrens gravierende Aspekte auftauchen, die wir bisher nicht kannten, werden wir es auch stoppen können", hatte Gruppensprecher Bernhard Henkelmann bereits im Januar betont. Das Unternehmen Koch will sich in Natbergen mit seiner Firmenzentrale, dem Lager und mehr als 500 Mitarbeitern niederlassen. Mit Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro kalkuliert Koch. Für das Gewerbegebiet muss allerdings zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

 


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